Samstag, 28. MĂ€rz 2020

Rat an Tierhalter*innen: Bereits jetzt fĂŒr den đŸ¶Notfall vorsorgen

Der folgende Test ist eine Pressemitteilung der Welttierschutzgesellschaft (WTG). Mehr Infos findet Ihr am Ende von diesem Artikel!


Rat fĂŒr Tierhalter

Berlin, 19. MĂ€rz 2020 – Aufgrund der raschen Verbreitung der Infektionskrankheit Covid-19 empfiehlt die Welttierschutzgesellschaft (WTG) allen Tierhalter*innen in Deutschland, einen Notfallplan fĂŒr ihre Haustiere zu erstellen – unabhĂ€ngig von der Situation, in der sich die Personen aktuell befinden. Zu einem Notfallplan gehört, bereits jetzt zwei bis drei mit dem Tier vertraute Personen anzusprechen, die im Falle einer Erkrankung oder prĂ€ventiven QuarantĂ€ne die Betreuung des Tieres ĂŒbernehmen können.
„FĂŒr Hunde und Pferde, fĂŒr deren Betreuung ein Gang vor die TĂŒr notwendig ist, muss fĂŒr den Fall einer QuarantĂ€ne eine vertrauensvolle Pflege gewĂ€hrleistet sein“, sagt Daniela Schrudde, TierĂ€rztin und Leiterin der Tierschutzarbeit bei der WTG. „Welche weiteren Tierarten in eine Betreuung gegeben werden sollten, hĂ€ngt vom Einzelfall ab: Katzen, Kaninchen, Vögel oder auch andere Kleintiere können im Falle einer prĂ€ventiven QuarantĂ€ne oder eines milden Krankheitsverlaufes in der Wohnung bleiben – in vertrauter Umgebung und als StĂŒtze fĂŒr die Betroffenen.“
Findet sich im Freundes- oder Bekanntenkreis keinerlei Möglichkeit fĂŒr die Tierbetreuung, stehen hilfsbereite Menschen in der Region oder professionelle Tierpfleger*innen unterstĂŒtzend zur Seite. In sozialen Medien wie Twitter und Facebook bieten dieser Tage sehr viele Nutzer*innen unter Hashtags wie #Coronahilfe, stĂ€dtebezogen z.B. #CoronaBerlin oder in Gruppen wie „Gassigeher“ bundesweit ihre Hilfe an. Wer auf diese Hilfe aus der nĂ€heren Umgebung zurĂŒckgreifen will oder muss, sollte sicherstellen, dass sich diese Menschen schon jetzt mit dem Tier vertraut machen. Eine Unterbringung im Tierheim sollte nur als allerletzte Maßnahme in Betracht gezogen werden.
Tierhalter*innen sollten außerdem darauf achten, dass Futter und notwendige Medikamente fĂŒr ihr Tier vorhanden sind. Eine angemessene Vorsorge fĂŒr den Fall einer Erkrankung oder einer QuarantĂ€ne bedeutet, dass Nahrung fĂŒr mehrere Tage, maximal zwei Wochen, bereitsteht. Ob Tierarztpraxen schließen mĂŒssen, sollten weitergehende Maßnahmen wie Ausgangssperren beschlossen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Die BerufsverbĂ€nde fordern von Bundesministerin Klöckner, TierĂ€rzte und tiermedizinisches Personal als systemrelevant einzustufen, um Praxisschließungen zu verhindern. Die Welttierschutzgesellschaft hĂ€lt eine solche Einstufung ebenfalls fĂŒr dringend geboten. Eine Entscheidung dazu steht aber noch aus.
Es ist daher ratsam, jetzt prĂ€ventiv RĂŒcksprache mit der TierĂ€rztin oder dem Tierarzt zu halten, sollte das Tier dringend auf Behandlungen oder Medikamente angewiesen sein. Vor einem Tierarztbesuch ist es jedoch wichtig, sich telefonisch anzukĂŒndigen und zu informieren, ob fĂŒr den Zugang zu den Praxen bereits bestimmte EinschrĂ€nkungen oder Vorschriften gelten.
Sowohl aktuell in freiwilliger sozialer Isolation als auch fĂŒr den Fall einer Ausgangssperre sollten sich Hundehalter*innen auf verkĂŒrzte Gassi-GĂ€nge in WohnungsnĂ€he beschrĂ€nken. Um das BedĂŒrfnis ihres Tieres nach Bewegung und BeschĂ€ftigung zu berĂŒcksichtigen, können sie ihm Indoor-AktivitĂ€ten und Intelligenz-Spiele bieten. Im Handel gibt es eine Reihe sinnvoller Angebote.
Allgemein rĂ€t die Welttierschutzgesellschaft allen Tierhalter*innen in diesen herausfordernden Zeiten zu RĂŒcksichtnahme und Vorsicht. Zum Umgang mit Haustieren kursieren viele Meldungen, die nicht immer den Tatsachen entsprechen (zum Beispiel Falschmeldungen, dass Haustiere Sars-CoV-2 verbreiten könnten). Bei Unklarheiten sollte der professionelle Rat der TierĂ€rztin oder des Tierarztes eingeholt werden statt entsprechende Online-BeitrĂ€ge ungeprĂŒft zu teilen.
Auf ihrer Website stellt die Welttierschutzgesellschaft weitere, ausfĂŒhrliche Informationen fĂŒr Tierhalter*innen bereit. FĂŒr fachliche Informationen steht Ihnen Daniela Schrudde, TierĂ€rztin und Leiterin der Tierschutzarbeit bei der WTG, gerne zur VerfĂŒgung.
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