Sonntag, 29. MĂ€rz 2020

Carona-Pandemie! Tipps von PETA! Was mĂŒssen đŸ¶Tierhalter jetzt wissen?

Der folgende Text wurde als Pressemeldung von der Tierrechtsorganisation PETA veröffentlicht. Weitergehende Infos findet Ihr am Ende dieses Artikels in unserem Blog!
Corona - GefĂ€hrlich fĂŒr Hunde?
Tierrechtsorganisation appelliert an Bevölkerung, Versorgung tierischer Mitbewohner frĂŒhzeitig zu regeln

Stuttgart, 19. MĂ€rz 2020 – Die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff. KrankheitsfĂ€lle, angeordnete QuarantĂ€ne, HamsterkĂ€ufe und eine drohende Ausgangssperre stellen Tierhalter vor Fragen und Probleme. Können sich Tiere mit Corona infizieren? Was passiert wĂ€hrend der möglichen Ausgangssperre mit meinem Hund? Wer kĂŒmmert sich im Krankheitsfall um meine Katze? Jana Hoger, Fachreferentin fĂŒr tierische Mitbewohner bei PETA, hat einige hilfreiche Informationen zusammengestellt.
 
„Wie grundsĂ€tzlich wĂ€hrend der Corona-Pandemie gilt auch in Bezug auf tierische Mitbewohner: FrĂŒhzeitig planen und Ruhe bewahren“, so Jana Hoger. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko fĂŒr den Menschen darstellen oder umgekehrt. Jeder Tierhalter sollte einen kleinen Vorrat an Tiernahrung anlegen und die Versorgung von Hund, Katze oder Kaninchen im QuarantĂ€ne- oder Krankheitsfall vorsorglich regeln.“
 
Infektionsrisiko: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt in ihren FAQ: "(…) Es gibt keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Katzen und Hunde infiziert wurden oder das Virus verbreiten könnten, das COVID-19 verursacht.“ [1] Bei Hunden und Katzen werden seit Jahren schon andere Coronaviren-StĂ€mme nachgewiesen, die jedoch nicht auf den Menschen ĂŒbertragbar sind.
 
Mögliche Ausgangssperre: Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudĂ€mmen, hat Frankreich am Dienstagmittag eine zunĂ€chst 14-tĂ€gige Ausgangssperre verhĂ€ngt. Auch Deutschland könnte bald nachziehen. Die BĂŒrger dĂŒrfen dann ihre Wohnungen nur noch aus zwingenden GrĂŒnden verlassen. Ausnahme u.a.: Das Gassigehen mit Hunden, solange die ĂŒbrigen Sicherheitsvorkehrungen (z.B. zwei Meter Abstand zu anderen Menschen halten) eingehalten werden. Es ist davon auszugehen, dass die Regelung in Deutschland Ă€hnlich lauten wird. Wichtig ist, dass Hundehalter ihre Vierbeiner in jedem Fall ausreichend auslasten und beschĂ€ftigen. Dies kann in der Wohnung auch ĂŒber gemeinsame BeschĂ€ftigungsspiele wie Futtersuche oder Nasenarbeit funktionieren. So wird die Bindung zwischen Hund und Halter gestĂ€rkt und etwas Aufmunterung in die „ruhigen“ Tage gebracht.
 
QuarantĂ€ne- oder Krankheitsfall: Jeder Tierhalter sollte fĂŒr den möglichen QuarantĂ€ne- oder Krankheitsfall vorsorgen und die Betreuung der tierischen Mitbewohner regeln. Können Nachbarn die Tiere versorgen oder mit dem Hund Gassi gehen? Vielmals finden sich auch in lokalen Netzwerken oder auf sozialen Plattformen Gassigeher oder Menschen, die in Notsituationen ihre Hilfe anbieten und vielleicht sogar in der Nachbarschaft wohnen. Keinesfalls dĂŒrfen tierische Mitbewohner allein in der Wohnung zurĂŒckgelassen oder gar ausgesetzt werden. Die Abgabe der Vierbeiner an Freunde, Bekannte oder beispielsweise in eine Tierpension sollte nur im Notfall erfolgen, denn grundsĂ€tzlich gilt fĂŒr alle tierischen Mitbewohner, dass ein Orts- oder Personenwechsel oftmals großen Stress fĂŒr sie bedeutet. Einige Vierbeiner benötigen Wochen oder Monate, um sich mit der neuen Situation zu arrangieren.  
 
Tiernahrung: Derzeit sind FutterlĂ€den und Zoohandlungen weiter geöffnet, somit ist die Versorgung der tierischen Mitbewohner vorerst sichergestellt. Um im Notfall vorbereitet zu sein, sollte jeder Tierhalter allerdings etwa eine Zwei-Wochen-Ration an Tierfutter bereithalten.
 
Tierarztbesuche: Es ist ratsam, sich vor einem Tierarztbesuch telefonisch ĂŒber das aktuelle Vorgehen in der Praxis zu informieren. Viele Tierarztpraxen bieten ihren Kunden an, Termine zu vereinbaren, um sicherzustellen, dass in der Praxis kein großes Menschenaufkommen stattfindet. Andere fĂŒhren nur noch Notfallbehandlungen durch oder nehmen Tiere nur allein in die PraxisrĂ€ume, wĂ€hrend die Halter vor der TĂŒr warten, um das Ansteckungspotential zu vermindern. Halter chronisch kranker Tiere sollten eine Zwei-Wochen-Ration notwendiger Medikamente im Haus haben bzw. diese mit entsprechendem Vorlauf beim Tierarzt besorgen.
 
Heimatlose Tiere: Von den Konsequenzen der Corona-Pandemie betroffen sind auch heimatlose Tiere, wie z.B. heimatlose Katzen, die auf Futterspenden angewiesen sind, um zu ĂŒberleben. Es ist hilfreich, Futterrationen zu deponieren oder Futterautomaten anzubringen und zu befĂŒllen. Futterautomaten lassen sich in Zoohandlungen oder im Internet kaufen. Bei dieser Lösung kann fĂŒr eine lĂ€ngere Zeit Nahrung portioniert abgegeben werden. Besonders dann, wenn eine deutschlandweite Ausgangssperre verhĂ€ngt wird, können Futterautomaten oder große Futterrationen fĂŒr heimatlose Tiere lebensrettend sein.
 
PferdestĂ€lle und Co.: Viele PferdestĂ€lle haben bereits entsprechende NotfallplĂ€ne ausgearbeitet. Auch hier gilt, sich untereinander abzusprechen, um den Sicherheitsabstand wahren zu können.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen ĂŒberlegen einstuft.
 
[1] Weltgesundheitsorganisation WHO: „Q&A on Coronaviruses“ online abrufbar unter: https://www.who.int/news-room/q-a-detail/q-a-coronaviruses, letzter Zugriff 19.03.2020


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